Wärmebrückenberechnung
Wärmebrücken sind örtlich begrenzte Störungen in Bauteilen, an denen eine erhöhte Wärmestromdichte auftritt. Diese Störungen können vielfältige Gründe und Ursachen haben. Besonders häufig und im Passivhaus so weit wie möglich zu vermeiden sind Durchstoßpunkte durch die Dämmebene, zum Beispiel durch Balkone oder Befestigungsmittel für Vordächer, Außenbeleuchtung u.ä.
Wärmebrücken unterscheiden sich zum einen nach der Form:
- punktförmige Wärmebrücken
- linienförmige Wärmebrücken
- flächige Wärmebrücken
Darüber hinaus erfolgt eine Unterscheidung nach der Ursache:
- materialbedingte / stoffliche Wärmebrücken
- geometrisch bedingte Wärmebrücken
- umgebungsbedingte Wärmebrücken
- massestrombedingte Wärmebrücken
Berechnungsmethode
Um die genaue Erfassung und Dimensionierung von Wärmebrücken, gleich welcher Art, vornehmen zu können, ist eine rechnergestützte Analyse notwendig. Geeignete Programme erfassen die geplante oder realisierte Geometrie und den Aufbau des Bauteils und ermitteln den Rechenwert psi.
Der psi-Wert gibt nicht den absoluten Wärmeverlust des untersuchten Bauteils an, sondern einen Korrekturfaktor. Er gibt Aufschluss über den relativen Energieverlust. Das hat zur Folge, dass sich aus hohen psi-Werten nicht unbedingt Rückschlüsse auf eine insgesamt schlechte Wärmedämmung des Gebäudes ziehen lassen. Der psi-Wert der Wärmebrücke muss immer im Zusammenhang mit dem gesamten Gebäude betrachtet werden.
Ungedämmte Gebäude haben beispielsweise im Bereich von Bauteilanschlüssen niedrige psi-Werte, da die Differenz des Wärmeverlustes im Vergleich zum Wärmedurchgang am Standardbauteil relativ gering ist. Umgekehrt fallen Schwachstellen bei Passivhäusern, die sehr gut gedämmt sind, im Vergleich zum Gesamtergebnis wesentlich stärker ins Gewicht und können daher höhere psi-Werte aufweisen.
Die Vermeidung von Wärmebrücken ist bei Passivhäusern daher eine der wirtschaftlichsten Energieeinsparmaßnahmen. Sie sollten bilanziell wärmebrückenfrei konstruiert werden, was durch die Begrenzung des psi-Wertes auf maximal 0,010 W/(m²K) erreicht werden kann.
Unser Angebot
Eine Wärmebrückenberechnung kann bei Neubauten unter anderem zur Analyse und Minimierung von Wärmebrücken, für detaillierte Berechnungen nach EnEV oder PHPP oder zur Festlegung von Dämmstärken in Anschlusspunkten eingesetzt werden.
Bei Sanierungsvorhaben dient die Wärmebrückenberechnung beispielsweise der Analyse der Bestandssituation, der Überprüfung von Oberflächentemperaturen (insbesondere in Ecksituationen), um Schimmelbildung vorzubeugen oder entsprechende Gegenmaßnahmen einschätzen zu können oder dem Vergleich von Sanierungsvarianten.
Wir bieten die Berechnung von Wärmebrücken und Temperaturverläufen auch für Ihre Projekte an. Für konkrete Anfragen oder weitere Informationen nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.













