Qualitätskontrolle und Monitoring
Nach der Fertigstellung des Gebäudes und der Inbetriebnahme der technischen Anlagen hört in der Regel die Tätigkeit des planenden Ingenieurs auf. Bei der Abnahme werden häufig nur die elementaren Anlagenfunktionen geprüft. Der Nutzer hat eine Einweisung erhalten und ist nun selbst für das Gebäude verantwortlich.
Der Planer hat nun keine Einsicht mehr in den Betrieb, Leistung, Akzeptanz, Wirtschaftlichkeit und Funktionsfähigkeit der Anlage. Da die Betreiber oftmals nicht genug Einsicht in die komplexen Vorgänge in der Anlage haben, sind Fehlfunktionen oder eine nicht optimale Regelungseinstellung nicht immer leicht zu erkennen. Das kann erhöhte Bertriebszeiten, unnötig hohe Leistungen, erhöhten Verschleiß und Wartungsaufwand zur Folge haben. Zu beachten sind neben den steigenden Energie- und Wartungskosten auch die CO2-Belastung der Umwelt, deren Reduzierung gerade in Passivhäusern das Ziel sein sollte.
Zur Sicherstellung eines effizienten Betriebs bieten wir für die ersten Jahre nach Fertigstellung des Gebäudes eine Überwachung des Anlagenbetriebs an, kurz "Monitoring" genannt. Dabei werden Energieverbräuche und einen Vielzahl von Anlagendaten aufgezeichnet und ausgewertet. Ziele des Monitorings sind die Kontrolle des planmäßigen Anlagenbetriebs hinsichtlich Effizienz und Komfort sowie die Ermittlung von weiteren Optimierungsmöglichkeiten.
Die gewonnenen Erkenntnisse verhelfen außerdem in Zukunft zur effektiveren und kostengünstigeren Umsetzung ähnlicher Vorhaben.
Neben Temperatur-, Feuchte- und CO2-Fühlern zur Ermittlung der Raumkonditionen können z.B. Wärmemengen- und Elektrozähler für verschiedene Bereiche zum Einsatz kommen, um die Energieverbräuche genau zuordnen zu können. Zusätzlich können alle technischen Parameter wie z.B. Luftmengen, Stellventile und diverse Regelungssignale aufgezeichnet werden, um Rückschlüsse durch das Gebäudeverhalten auf die Gebäudetechnik ziehen zu können.
Technische Basis des Monitorings sind die genannten Fühler und Energiezähler (Feldebene), Regelungswerte aus der Anlagentechnik und vor allem eine Datentechnik, die all diese Werte im Zeitverlauf speichert. Zudem ist eine Datensicherung in Diagrammform, ein Datenexport in Tabellenform (z.B. Excel-Dateien) vorzusehen. Diese Funktionen sollen außerdem per Fernzugriff (Telefonmodem oder Internet) möglich sein.
Hierdurch wird dem Anlagenbetreuer die Möglichkeit gegeben frühzeitig Problemsituationen zu erkennen und darauf zu reagieren. Eine Diagnose ist so meist bereits aus der Ferne möglich. In Absprache mit dem Betreiber können viele Probleme per Fernzugriff gelöst werden. Sofern ein Eingriff vor Ort durch eine Wartungsfirma nötig wird, kann dies zumindest effektiv vorbereitet werden.
Ziel des Monitorings
Im Blickpunkt des Monitorings sind insbesondere die Reduzierung von Lüftungswärmeverlusten, die Erhöhung der Nutzerakzeptanz durch verbesserte Luftqualität, die Vermeidung von Zuggeräuschen, die Reduzierung des Hilfsstrombedarfs und die Optimierung des sommerlichen Wärmeschutzes durch passive Kühlung.
Monitoring ist ein Teil der Qualitätssicherung. Wir bieten Qualitätssicherung in folgenden Bausteinen an:
- Qualitätskontrolle während des Baus
- neben einer kontinuierlichen Beratung sollten spezielle Baustellentermine zur Qualitätssicherung eingeplant werden, die vor allem die luftdichte und wärmebrückenfreie Ausführung sicherstellen
- hierfür werden u.a. Blower-Door-Tests mit Leckageortung eingesetzt
- Qualitätssicherung durch Monitoring während der ersten Betriebsjahre. Gerne sind wir durch einen festangestellten Physiker aus Forschung und Entwicklung behilflich, ein Monitoring Ihrer Anlage für Sie durchzuführen!













