Blower-Door-Messung im Passivhaus

Eine luftdichte Gebäudehülle ist ein entscheidendes Kriterium für ein funktionierendes Passivhaus. Aber auch für alle anderen Gebäude - egal ob Altbau oder Neubau - lohnt es sich, unkontrollierbare Luftwechselverluste durch Fugen in der Gebäudehülle zu minimieren und dadurch Energie einzusparen.

Wo sich die Schwachpunkte des Gebäudes befinden und wo Bauteilanschlüsse nachgebessert werden müssen, lässt sich durch einen Blower-Door-Test mit Leckageortung herausfinden. Der Vorteil dieser Messmethode ist die zerstörungsfreie Prüfung der Gebäudehülle. Das heißt, man kann qualitative und quantitative Aussagen über Bauteile treffen, ohne sie mit großem Aufwand und Schaden aufstemmen oder aufbohren zu müssen.

Messung

Eingebautes Blower-Door-Gerät
Eingebautes Blower-Door-Gerät

Das Blower-Door-Gerät besteht aus einem mit einer Plane bespannten Rahmen, in den ein Gebläse integriert ist. Mit Hilfe des Gebläses wird zunächst Luft aus dem Gebäude gesaugt, so dass ein leichter Unterdruck entsteht und Luft durch Fugen von außen nachströmt. Je nach Druckdifferenz muss das Gebläse einen bestimmten Luftvolumenstrom erzeugen, um den eingestellten Druck aufrecht zu erhalten. Zur Mittelwertbildung wird die gleiche Prozedur anschließend mit einem Überdruck wiederholt.


Über das Ergebnis der Messung wird im Allgemeinen ein Zertifikat ausgestellt, das die Luftwechselrate bei einem Luftdruck von 50 Pascal als Mittelwert zwischen Über- und Unterdruckmessung angibt.

Einzelne Schwachstellen, sogenannte Leckagen, können zusätzlich zum Beispiel durch Rauch oder Messgeräte lokalisiert und sichtbar gemacht werden. Die Leckageortung ist bei einer Blower-Door-Messung entscheidend, wenn es darum geht, Fehlstellen nachzubessern. Durch die Blower-Door-Messung wird lediglich der Luftwechsel des gesamten Gebäudes bestimmt, durch die Leckageortung können dagegen die Schwachstellen aufgespürt werden, um sie gezielt zu beseitigen.

Zeitpunkt

Die Blower-Door-Messung wird bei Neubauten zu einem Zeitpunkt empfohlen, an dem die luftdichte Ebene fertiggestellt, aber noch zugänglich ist. Das heißt, Fenster sollten eingebaut und die Wände von innen verputzt sein, der Innenausbau mit Fliesen, Tapeten oder Gipskartonplatten sollte dagegen noch nicht begonnen sein. So sind Nachbesserungen relativ einfach und schnell durchzuführen und Leckagen können besser geortet werden. Nach Fertigstellung des Gebäudes kann eine weitere Messung für ein abschließendes Ergebnis erfolgen.

Bei Bauten im Bestand ist es jederzeit möglich, die Messung durchzuführen. Das Ergebnis der Messung mit einer Leckageortung hilft im Falle einer Umbaumaßnahme bei der Sanierung der luftdichtenden Schicht oder gibt generell Auskunft über die Qualität des Wohnhauses.