Neubau und Sanierung von Schulen

Schulgebäude stellen einen hohen Anteil aller öffentlichen Gebäude dar. Aufgrund ihrer Nutzung sollten sie zudem auch über ein gutes Innenraumklima für optimale Lernbedingungen verfügen. Doch genau an diesem Punkt gibt es sowohl im Bestand als auch bei Neubauten nach EnEV zwei wesentliche Kriterien, die oft unzureichend berücksichtigt werden:

- Der Heizenergieverbrauch von Schulen ist im Durchschnitt zu hoch. Trotz Bemühungen, den Verbrauch einzuschränken, liegt er im Durchschnitt aller Schulen so hoch, dass die laufenden Betriebskosten die öffentlichen Haushalte stark belasten.

- Das Innenraumklima ist durch schlechte Luftqualität zum Aufenthalt und zum Unterricht für eine hohe Anzahl an Schüler unzureichend. Maßgebendes Kriterium ist dabei die CO2-Belastung der Raumluft. Die Lerneffizienz nimmt bereits bei nur mäßig erhöhten Schadstoffbelastungen deutlich ab, da die Konzentrationsfähigkeit absinkt.

Spezifische Anforderungen bei Schulgebäuden

Dem hohen Heizwärmeverbrauch kann am effizientesten durch Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle entgegen gewirkt werden. Dadurch liegt in der Heizungsanlage ebenfalls ein großes Einsparpotenzial, da im Zusammenhang mit einer hochwertigen Dämmung der Gebäudehülle und Fenstern mit 3-Scheiben-Verglasung die Leistung reduziert werden kann.

Neben der Dämmung der Außenhülle kann die Begrenzung der Lüftungswärmeverluste und eine spürbar verbesserte Luftqualität auch über eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung erreicht werden. Sie dient der Deckung des hygienischen Lüftungsbedarfs und ermöglicht eine kontinuierliche Frischluftzufuhr. Gleichzeitig werden Geruchsstoffe und CO2 über die verbrauchte Luft permanent abgesaugt. Auch zu hohe Feuchtigkeit wird über die Lüftungsanlage abtransportiert, damit keine baulichen Schäden (z.B. Tauwasserausfall mit dem daraus oft resultierenden Schimmelbefall) auftreten können und ein einwandfreies Raumklima entsteht.

Notwendigkeit von Lüftungsanlagen in Schulen

CO2- Konzentration in Schulen
CO2- Konzentration in Schulen (Quelle: IWU)

In einem Neubau und auch im Gebäudebestand sollte möglichst immer eine kontrollierte Lüftungsanlage zum Einsatz kommen.

Durch die höhere Belegungsdichte ist der Frischluftbedarf in Schulen und damit die Bedeutung der Lüftung wesentlich größer als bei anderen Gebäuden. Es hat sich durch mehrere Untersuchungen bereits herausgestellt, dass gute Luftqualität mit einer CO2 Belastung von zuverlässig unter 1500ppm und die dazu während der Nutzung erforderlichen hohen Luftwechselraten nur mit einer kontrollierten Lüftung erreicht werden kann.

Auch bei einer halbstündlichen Lüftung im Klassenraum, die jedoch in der Praxis im Unterrichtsverlauf nicht praktikabel ist und den Unterricht in einem nicht mehr akzeptablen Maß stören würde, wird der Grenzwert der CO2-Belastung Untersuchungen zufolge bereits am späten Vormittag deutlich überschritten.

Eine reine Fensterlüftung stellt eine Herausforderung dar, da offene Fenster für Zugluft und Kälteerscheinungen, geschlossene Fenster dagegen zu übermäßigen Schadstoffkonzentrationen in der Luft führen.

Eine Lüftungsanlage führt zu deutlich höherem Komfort und besseren Lernbedingungen in den Klassenräumen. Im Sommer bietet sie zudem die Möglichkeit, unabhängig von Sicherheitsfragen eine Nachtlüftung zur Abkühlung der Räume durchzuführen.

In Anlehnung an die Pisa Studie wurde in Holland nachgewiesen, dass Schüler bessere Noten hatten, die in einem Schulgebäude mit Lüftungsanlage unterrichtet wurden.

Neubau und Sanierung von Schulen - Projektbeispiele

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