Energetische Sanierung

Der größte Teil des Wohngebäudebestandes ist älter als 30 Jahre und die meisten dieser Gebäude befinden sich in einem Zustand, der längst nicht den aktuellen Anforderungen an den Wärmeschutz entspricht. Dadurch werden nicht nur die Umwelt und das Klima unnötig belastet, sondern auch die Heizkostenbudgets von Mietern und Eigentümern dieser Gebäude. Hinzu kommen Komforteinbußen wie kalte Wände und Fußböden oder Zuglufterscheinungen.

Es gibt also viele Gründe, sich um die energetische Sanierung des Gebäudebestandes zu kümmern. Die meisten Gebäude im Bestand lassen sich im Rahmen von ohnehin erforderlichen Instandhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen unter wirtschaftlichen Bedingungen auf den Standard energieeffizienter Neubauten modernisieren.

Vorteile durch eine energetische Gebäudesanierung

Bestandsgebäude
Bestandsgebäude
  • Erhebliche Energie- und Nebenkosteneinsparungen
  • Steigerung der Unabhängigkeit in Bezug auf fossile Energieträger
  • Bessere innere Luftqualität bei Lüftungsanlagen durch mögliche CO2 - und  Feuchtesteuerung
  • Verringerung von Wärmebrücken, demnach ist Feuchte- und Schimmelbefall  unwahrscheinlich
  • Mehr Behaglichkeit durch Erhöhung der Oberflächentemperaturen
  • Geringere Temperaturschwankungen im Sommer wie auch im Winter
  • Allgemein verbesserter Schallschutz der Gebäudehülle
  • Höherer Werterhalt

Der Grundgedanke des Passivhauses lässt sich auch bei der Altbausanierung sehr gut umsetzen. Da ein Altbau deutlich mehr Energie verbraucht als ein Neubau, ist hier das Einsparpotenzial an Energie besonders hoch.

Es lassen sich durch unterschiedliche Maßnahmen energetische Vorteile erzielen. Hierzu gehört z.B. die Sanierung der Gebäudehülle inklusive Austausch der Fenster. Ebenfalls zur energetischen Sanierung gehört häufig eine Überarbeitung bzw. der Einbau von Lüftungsanlagen. Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu den einzelnen Sanierungsmaßnahmen.

Energetische Sanierung der Fassade

Wärmedämmung

Die Fassade eines Gebäudes macht einen großen Teil der Fläche aus, die direkt an die Außenluft grenzt. Dadurch geht bei niedrigen Temperaturen auch viel Energie verloren, wenn sie nicht ausreichend gedämmt ist. Durch die nachträgliche Dämmung von Bestandsgebäuden werden nicht nur Bauschäden wie Durchfeuchtung oder Schimmel vermieden, sondern durch die höhere Oberflächentemperatur der Außenbauteile wird auch der Wohnkomfort gesteigert.

Saniertes Gebäude
Nach energetischer Sanierung

Gebäude, bei denen das Anbringen einer Außendämmung nicht möglich ist, können auch von innen gedämmt werden. Dabei ist jedoch auf eine kompetente Planung und Ausführung zu achten, da die Gefahr für Bauschäden bei einer Innendämmung wesentlich höher ist als bei einer Außendämmung. Die Innendämmung ist luftdicht zum Raum hin abzuschließen und Wärmebrücken müssen weitgehend ausgeschlossen werden.

Dächer sollten bei der energetischen Sanierung ebenfalls eine zusätzliche Dämmschicht erhalten. Auf der Innenseite ist darauf zu achten, dass die Dampfbremse ausreichend bemessen und die Luftdichtheit gewährleistet ist.

Eine kostengünstige Möglichkeit der energetischen Sanierung ist die Dämmung der Kellerdecke von unten oder der obersten Geschossdecke zu einem ungenutzten Dachraum. Die Wärmebrücke im Übergang zwischen Außenwand und Kellerdecke lässt sich allerdings nicht immer vermeiden. Die gleiche Problematik besteht beim Anschluss zwischen Außenwand und Dach.

Wenn nur geringe Dämmstoffdicken möglich sind, kann der Einsatz von Vakuum-Wärmedämmung von Interesse sein.

Fenster

Eine Modernisierung der Fenster wird im günstigsten Fall zusammen mit der Dämmung der Außenwand durchgeführt. Bei einer Außenlufttemperatur von -10°C beträgt die Temperatur auf der Innenseite der Fensterscheiben bei den früher häufig eingesetzten 2-Scheiben-Isolierverglasungen nur etwa +9°C, während es bei heute üblichen 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasungen schon etwa +15°C und bei 3-Scheiben-Wärmeschutzglas sogar über +17°C sind. Daher ist der Einsatz von dreifachverglasten Passivhausfenstern mit wärmegedämmten Rahmen sinnvoll.

Kontrollierte Wohnungslüftung

Eine Begrenzung der Lüftungswärmeverluste und eine spürbar verbesserte Luftqualität wird über eine kontrollierte Wohnungsbe- und -entlüftung mit Wärmerückgewinnung erreicht. Sie dient der Deckung des hygienischen Lüftungsbedarfs und ermöglicht eine kontinuierliche Frischluftzufuhr. Gleichzeitig werden die Geruchsstoffe, CO2 und die verbrauchte Luft permanent abgesaugt, damit keine baulichen Schäden (z.B. Tauwasserausfall mit dem daraus oft resultierenden Schimmelbefall) auftreten können und ein einwandfreies Raumklima entsteht.

Eine Komfortlüftung funktioniert mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung: je nach Lüftungsgerät kann die Abluft über 80% ihrer Wärme im Wärmetauscher an die Zuluft weitergeben. Das bedeutet im Winter, dass die 20°C warme Abluft die kalte Frischluft auf 16°C erwärmt.

Die frische Luft strömt in die Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräume ein, aus Bädern, Küchen und WC’s wird die verbrauchte Luft abgesogen. So wird eine problematische Ausbreitung von Gerüchen und Schadstoffen von vornherein vermieden.
Überströmöffnungen an den Türen sorgen dafür, dass auch bei geschlossenen Innentüren die Luft ungehindert strömen kann. Feinfilter sorgen dafür, dass die Rohre sauber bleiben.

Bei einer energetischen Sanierung kann die Verteilung der Lüftungsleitungen im Flurbereich unter der Decke oder im aufgeständerten Boden erfolgen. Der Einsatz von Weitwurfdüsen ist gerade beim Einbau im Gebäudebestand von Vorteil, da nur kurze Lüftungskanalwege erforderlich sind. Die Düsen werden bevorzugt an der Innenwand über der Tür zum Flur eingebaut. Die Anordnung von Zuluft- und Abluftdurchlässen und Überströmöffnungen ist entscheidend für den effektiven Luftaustausch und die Behaglichkeit im Raum.

Für optimal energetisch sanierte Altbauten gibt es verschiedene Fördermittel.

Für weitere Informationen zum Thema energetische Sanierung rufen Sie uns einfach an, wir beraten Sie gerne. Unsere Referenzen im Bereich der energetischen Sanierung finden Sie hier: